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23 -February -2012 - 09:30

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Karate - Die Leere Hand (Hand aus China)

Überall auf der Welt begegnet man den verschiedensten Kampfkünsten. Am bekanntesten sind wohl die asiatischen Kampfkünste, die nach mündlichen Überlieferungen, bzw. nach niedergeschriebenen Unterlagen bis zu 2000 Jahre zurückverfolgt werden können.

Unter diesen Kampfkünsten zählt wohl Karate zu den populärsten.

Laut den mündlichen Überlieferungen , verbreiteten sich die
Kampfkunsttraditionen von Indien über Tibet nach China, über das
chinesische Meer und den Inselketten von Ryu- Kyu nach Japan und
zu den anderen Ländern der Welt.
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Der Weg von Indien nach China

Durch Ankunft eines indischen Mönchen namens "BODHI-DHARMA" wurde in einem Shaolin-Kloster,
ZEN-BUDDHISMUS (Boddhi-Darmas Buddhismus) und Kampfgymnastik praktiziert.

Seine Gymnastik beinhaltete 18 Bewegungen (SHI-PA-LO-HAN-SHO), die mit ZEN-Atmungsmethoden gebunden waren. (Die bis heute praktizierte Kampfkunst, Kalhari-Payat, von Indien beinhaltet auch teilweise und sogar komplett diesen Bewegungen).

"SHAOLIN-CH'UAN-FA"

Nach dem Tod Bodhi-Dharmas geriet seine Kampfkunstgymnastik in Vergessenheit.
Erst nach der YUEN-Dinastie (13.Jhd) wurde die Gymnastik aufgefrischt und mit Hilfe der Boxmeister

LI und PAI LYU FENG auf 170 Bewegungen erweitert. Diese Übungen waren immer mit "ZEN-Atmungsmethoden"
(Kontrolle der natürlichen Atmung,zur Verbesserung der Lungenfunktion) und kämpferisch mit vitalen (lebenswichtigste) Punkten verbunden.

Neben Shaolin-Chúan-Fa, gibt es bis heute in China noch immer andere Kampfkünste die vermutlich durch
Wanderung oder Flucht der Mönche, aus Shaolin-Ch'uan-Fa entstanden sind.


Der Weg von China nach Okinawa

Auf Grund archäologischer Ausgrabungen steht fest, daß es mindestens seit ca. 300 v.Chr.kulturelle Einflüsse aus Japan und China in Ryu-Kyu-Inseln gegeben hat. Die größte Insel heißt Okinawa.
Mündlichen Überlieferungen nach, war die Hauptstadt dieser Insel ein Ort des Handels.
Sie galt als Zentrum der Begegnung.

Durch diesen Kulturaustausch mit China kamen immer wieder Chinesen der Oberschicht nach Okinawa, die verschiedenste Arten der Kampfkunst dort hin brachten.
 
karate_weg Die Geschichtliche Entwicklung des Karate zur Kampfkunst begann wohl mit "Sakugawa", der von 1733 bis 1815 in Shuri auf Okinawa lebte und die Kampfkunst "To de" lehrte die er in China Kennengelernt hatte.

So ist es auch zu verstehen, daß bis in die 30er Jahre unseres Jahrhunderts Kara-te auch die Bedeutung:
"Kunst aus China" hatte.

In Naha, der Hauptstadt von Okinawa, entwickelte sich das chinesische "Süd - Te" und in Naha das Karate - Die leere Hand (Hand aus China) "Nord - Te" oder auch kurz genannt "Te".

All diese Kampfkunstarten entwickelten sich dann im laufe der Zeit und ihre Namen veränderten sich, wobei sie trotzdem "nur" den Zweck des Tötens und nicht der Körperertüchtigung hatten.

Erst Itosu Yasutsune (1832 - 1915) stellte kurz nach der Jahrhundertwende ein modernes Karate unter dem Gesichtspunkt der Leibeserziehung und nicht der tödlichen Kampfkunst zusammen. Zu diesem Zweck entwickelte er die (Pian) "Heian - Katas".

Der Weg von Okinawa nach Japan

Chojun Miyagi (1888 - 1953) lernte von Kanryo Higaonna, "Naha Te".
Beide studierten chinesisches Boxen, Shaolin Chuan und Pa Kua Chuan.
1929 kam Miyagi auf eine Einladung von Gogen Yamaguchi (1909 - 1989)


 
gichin_funakoshi
Gichin Funakoshi (1868 - 1957) erlernte die Heian Katas von:
Asato Yasutsune (1830 - 1915) und Mabuni Kenwa (1893- 1957)

Im ersten viertel unseres Jahrhunderts fand die Kampfkunst Karate erstmals ihren Weg von Okinawa nach Japan.

Gichin Funakoshi kam 1922 im Alter von 55 Jahren allein nach Japan um Karate vorzustellen.
In Tokio sollte in diesem Jahr eine große Schau der Leibeserziehung stattfinden, die durch Jigaro Kano (Begründer des Judo´s) angeregt wurde. Wie Kano legte Funakoshi Wert auf die richtige innere Einstellung, den Geist, im Sinne des "Do".

Angeregt durch den Erfolg "Gichin´s" kamen bald noch andere Karatemeister von Okinawa nach Japan, um auch dort ihre Kunst verbreiten und ihre eigene Auffassung von Karate populär zu machen.


Weitere Meister der größten japanischen Karatestile:

chojun_miyagi Goju Ryu Karate

Chojun Miyagi (1888 - 1953) lernte von Kanryo Higaonna, "Naha Te".

Beide studierten chinesisches Boxen, Shaolin Chuan und Pa Kua Chuan.
1929 kam Miyagi auf eine Einladung von Gogen Yamaguchi (1909 - 1989)     
Der später von Miyagi, in Japan zu seinem Nachfolger ernannt worden ist.
Unter dem Namen Goyu-Ryu stellte Miyagi 1930 sein Karate beim Butoku-Kan in Koyto vor.
gogen_yamaguchi


kenwa_mabuni Shito Ryu Karate

Kenwa Mabuni (1893 - 1957) lernte von Itosu Yasutsune und Kanryo Higaonna.

Er kreierte eine Kombination aus beiden Karaterichtungen (Shorin-Ryu und Shorei-Ryu). Der Name seines neuen Stils, entnahm er den Initialen seiner deiden Lehrmeister und nannte ihn Shito-Ryu. Nachdem er sein System auf Okinawa unterrichtete, kam er 1929 endgültig nach Osaka um "sein" Karate zu unterrichten.


hironori_ohtsuka Wado Ryu Karate

Hironori Ohtsuka (1892 - 1982)

Studierte erst das Shindo Yoshin Jiu-Jitsu, bevor er 1922 mit dem Karatetraining bei Funakoshi begann, jedoch lernte er auch bei Kenwa Mabuni und Choki Motubo. Später entwickelte er dann sein eigenen Karatestil, in dem er die Karatetechniken die er bei Funakoshi erlernte und mit den Ausweichbewegungen des Jiu-Jitsu kombinierte.

 
Die weitere Entwicklung des Karate:

Wie bereits erwähnt, hieß Karate früher Hand aus China oder Chinesische Hand. Die alte Schreibweise für Karate, verwies deutlich auf die chinesische Abstammung. Das war auch wohl der Grund weswegen der Karatemeister Chomo Hanashiro, als erster 1906 die traditionelle Schreibweise brach und gebrauchte das KARA für LEER.

Im Oktober 1936 fand unter der Schirmherrschaft der Zeitung "Ryukyu Shimpo" ein Treffen der großen Karatemeister Okinawas statt. Yabu, Kiyamu, Motobu , Miyagi und Hanagi trafen sich in Naha, um unter anderem auch über den Gebrauch des "Tang-Symbols" in der Schreibweise des Karate zu diskutieren. Dabei wurde entschieden, daß in Zukunft die Schreibweise für "Kara", die "leer" bedeutet, gebraucht werden solle (Der Begriff der "Leere" hat in der Zen-Philosophie eine große Bedeutung). 

Gichin Funakoshi schrieb in seinem Buch "Karate-Do Kyohan", das 1936
erschien, daß die Kampfkunst Karate aus Okinawa nun eine japanische
Kriegskunst sei und daß es deshalb unpassend sei die alte Schreibweise,
die so deutlich auf China als Ursprungsland verweist, weiter zu verwenden.
KARA = Leer

TE = Hand
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Zeitliche Auflistung der wichtigsten Ereignisse in der Entwicklung des Karate bis 1980

1901/02:
Karate wird Teil der Leibeserzeihung auf Okinawa.

1905:
Chomo Hanashiro bricht die Tradition und verwendung in seinen Büchern erstmals "leere Hand" für Karate.

1906:
Funakoshi führt die erste öffentliche Demonstration in Karate auf Okinawa durch.

1915:
Itosu und Higaonna, die beiden bedeutendsten Karatemeister des 19. Jahrh. Sterben.

1917:
Funakoshi veranstaltet in Kyoto die erste Karate Demonstration außerhalb Okinwas in Japan.

1920:
Yabu aus Okinawa ist der erste der Karate außerhalb Japans demonstriert, Hwaii und Los Angeles.

1921:
Funakoshi gründet den ersten Verband auf Okinawa:"Okinawan Association for Spirtit of Material Arts"

1922:
Funakoshi eröffnet das erste Karate- Dojo in Japan.

1933:
Karate erhält in Japan offiziell die Anerkennung einer Kampfkunst.

1935:
Yamaguchi gründet den ersten Karateverband in Japan:"All-Japan Goju-Kai Karate-da Assocation.

1936:
Karte bekommt die Offizielle Bedeutung "leere Hand".
In Zoshigaya ensteht das erste unabhängige Karate-Dojo "Shotokan" , das von Funakoshis Schülern gegründte wurde.

1954:
In Paris entsteht der erste Karateverien in Europa, durch Henry D. Plee

1961:
In Deutschland wird der erste Fachverband gegründet "DKB".

1976:
Um vom Deutschen Sportbund anerkannt zu werden, bilden die Karateverbände in Deutschland einen Dachverband, den Deutschen Karateverband "DKV"

1980:
Kreation des All-Style-Do-Karate, durch Horst Weiland (Cheftrainer).
Das ASD-Karate-System, ist ein aus allen karateähnlichen Stilarten zusammengefaßtes Ausbildungssystem. Es besteht zu 80% aus realer Selbstverteidigung, zu 10 % aus Kampf/Kampftechniken und zu 10 % aus Grundschule und Kata.

 

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